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Die Chronik der BG

Ursprung der Behinderten-Gemeinschaft Bonn - abgekürzt BG - ist der Arbeitskreis „Haus der Behinderten“, dessen konstituierende Sitzung am 09.02.1975 in der Werkstätten für Behinderte in Bornheim-Hersel stattfand. Der Arbeitskreis hatte den Zweck, den Freizeitbereich des geplanten „Hauses der Behinderten“ (das heutige Gustav Heinemann Haus in Bonn Neu-Tannenbusch) mit zu konzeptualisieren.

In der Sitzung dieses Arbeitskreises am 26.04.1976 in Hersel formten sich die ersten Gedanken zur Gründung eines losen Zusammenschlusses aller Behindertenverbände in Form einer Arbeitsgemeinschaft. Teilnehmer an dieser Sitzung waren: Frau Thomae, Herr Dr. Greza, Herr Prof. Dr. Heyland, Herr Wetzel, Herr Ludwig und Herr Dr. Aengenendt.

Der angedachte Zweck der BG war die Wahrnehmung der Beteiligungsrechte der Behinderten im Haus der Behinderten. Außerdem sollte sie eine ergänzende Schaltstelle der Behindertenvereine, ohne das dadurch die Behindertenarbeit der Einzelvereine tangiert wurde, darstellen. Ein gemeinsames Kontaktbüro im Gustav-Heinemann-Haus war geplant, der Name sollte „Behindertengemeinschaft im Haus der Behinderten“ lauten. Die BG sollte offen für alle örtlichen Behindertenvereine und in der Behindertenarbeit Tätigen sein. Bereits damals wurde angedacht, hieraus eine Vertretung zu wählen, die vom Trägerverein Haus der Behinderten in den Vorstand berufen werden sollte. Diese Gedanken wurden durch Herrn Dr. Aengenendt weiterentwickelt. Er entwarf ein Nutzungskonzept für den Freizeitbereich im Haus der Behinderten in dem die Aufgabe einer Behinderten-Gemeinschaft beschrieben ist. 

Am 14.09.1976 fand in Hersel ein Kontaktgespräch zur eventuellen Gründung der BG statt, indem ein Satzungsentwurf diskutiert wurde. Wichtig war allen Teilnehmern an diesem Gespräch die koordinierende Funktion des Vereins für die gemeinsamen Interessen der Einzelverbände.In diesem Gespräch entschied man sich vorerst doch gegen eine formelle Vereinsgründung zu Gunsten eines  Zusammenschlusses mit Kooperationsvereinbarungen. Die Gründungsversammlung der BG als loser Zusammenschluß fand am 29.11.1976 statt. 

Aufgrund verschiedener Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit dem Trägerverein des Hauses der Behinderten wurde in den Sitzungen am 29.05. und 25.09.1978 eine Loslösung vom Gustav-Heinemann-Haus beschlossen und der Sitzungsort vom Gustav-Heinemann-Haus in das Margarete-Grundmann-Haus verlegt. 

Als Folge einer Sitzung im Margarete-Grundmann-Haus mit Herrn Liminski, Herrn Prof. Dr. Heyland, Frau Daub und Herrn Erg (Blindenverein) Mitte der achtziger Jahre wurde die Behindertenberatungsstelle im Gustav-Heinemann-Haus eingerichtet. Erst im Jahre 1987 wurde als Sitzungsort der BG wieder das Gustav-Heinemann-Haus gewählt. 

Der langjährige Sprecher der BG Herr Dr. Aengenendt verstarb am 28.10.1991. In einer Sitzung am 10.12.1991 übernahm Herr Christian Joachimi das Sprecheramt. In der Zeit von 1992 – 1994 baute er die Zusammenarbeit der Verbände aus. Es gab Ansprechpartner in den Ämtern der Stadtverwaltung und Fachsprecher der BG. 

Nachdem er dieses Amt aus familiären Gründen im November 1994 niedergelegt hatte, wurde als neue Sprecherin Frau Lehning-Fricke gewählt. Zwischen 1994 und bis zu ihrem Weggang in 1999 waren die wichtigsten Etappen:
- Erstes Büro in der Dorotheenstraße, auf der Etage des Blindenvereins Bonn
- Bürogemeinschaft mit der Multiple-Sklerose-Vereinigung Bonn in der Goetheallee, einer behindertengerecht ausgestatteten Etage, in der auch der Verein Hilfe für psychisch Kranke und der VdK Ortsverein Beuel seine Räume hatte.
- 1997 Umzug in ein neu eingerichtetes Büro im Gustav-Heinemann-Haus und Einstellung einer hauptamtlichen Kraft.
- 1998 Eintragung der Behinderten-Gemeinschaft Bonn im Vereinsregister 

Die Interessenvertretung behinderter und chronisch kranker Menschen entwickelte sich stetig weiter. Neben dem bewährten Jour-fixe mit den Stadtwerken und dem Tiefbauamt gab es die Politikergespräche, projektorientierte Treffen mit den zuständigen Verwaltungsbeamten, Pressegespräche und Öffentlichkeitsarbeit auf Ausstellungen und Veranstaltungen, wie dem Selbsthilfetag und ähnliches mehr. 

Wichtige Erfolge waren: 

  • der fortlaufende behindertengerechte Ausbau der Haltestellen des ÖPNV
  • die Einführung der automatischen Haltestellenansage in Bussen und Straßenbahnen
  • die Verbesserung der Orientierung durch kontrastreiche Gestaltung in Bus und Bahn
  • Verbesserungen im behindertengerechten Um- und Ausbau von Wohnungen, Kindergärten und Krankenhäusern
  • die Verbesserung der Haltestellenansagen
  • Behindertenfreundliche Verbesserung in Schwimmbädern

Grundsätzliches wurde mit zwei Stadtratsbeschlüssen erreicht, die die Einbeziehung der BG bei allen relevanten Vorhaben der Stadt sichern sollen. Mit Bürgeranträgen wurden Forderungen der BG gestützt und erfolgreich durchgesetzt, so der Beitritt der Stadt Bonn zur Erklärung von Barcelona: Die Stadt und ihre Behinderten. 

Die BG ist vertreten im Fahrgastbeirat der Stadt Bonn und stellt eine sachkundige Bürger im Sozialausschuss der Stadt. Sie BG pflegt den Kontakt zur Selbsthilfekontakt – und Informationsstelle des DPWV (Sekis) und ist assoziiertes Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter NRW (LAG SH NRW). 

Die Gründung der BG als eingetragener Verein (Gründungsversammlung am 28.01.1998) am 02.06.1998 durch Eintragung in das Vereinsregister war ein Meilenstein in der bisherigen Entwicklung. Mit einem Vorstand, der ein Spiegel der Interessenvertretung behinderter und chronisch kranker Menschen ist, gelang es, die vielfältigen Aufgaben mit Kompetenz zu erfüllen. Das alle 2 - 3 Monate stattfindende Forum ist für alle für das Ziel einer effektiven Interessenvertretung behinderter Menschen Engagierten offen, an dem Vorstand, Fachsprecher und andere Aktive Rede und Antwort stehen sowie anstehende Aktivitäten abgestimmt werden.

Nach dem Wegzug von Frau Lehning-Fricke übernahm der zweite Vorsitzende des Vereins Wolfgang Siebert zusammen mit Prof. Dr. Klaus-Ulrich Heyland den Vorsitz im Rahmen eines Mitgliederbeschlusses erst einmal als verlängerte Amtszeit. Auf der Mitgliederversammlung vom 25.10.2000 im Gustav-Heinemann-Haus wurden beide Herren dann offiziell zum 1. und 2. Vorsitzenden und Herr Hufschlag als Kassenführer sowie alle drei auf der Mitgliederversammlung am 27.03.2002 in ihren Ämtern bestätigt. 

Damals hatte die BG ihre Geschäftsstelle noch auf der Joachimstraße im Heinz-Dörks-Haus, in der sich ihre damalige Tochtergesellschaft, die INTRA gGmbH immer noch befindet.   

Am 02.04.2003 wurden Christian Joachimi (ehemaliger Sprecher der BG) als 1. und Christian Schnitzler als 2. Vorsitzender gewählt. Auf der Mitgliederversammlung vom 22.10.2003 wird Helga Wallasch als 2. Vorsitzende bestimmt. Von der Mitgliederversammlung am 24.03.2004 wurden Christian Joachimi, Helga Wallasch und Herr Hufschlag in ihren Ämtern bestätigt sowie Frau Constanze Wörner zur Schriftführerin gewählt.

Die Entscheidung von Herrn Philipp Hufschlag, sich mehr um seine Familie kümmern zu wollen, löste 2005 die Neubesetzung wichtiger Positionen innerhalb der BG aus. Herr Hufschlag war seit der Gründung des e.V. Kassenführer und zu diesem Zeitpunkt seit ca. 10 Jahren Fachsprecher der BG, d.h. Ansprechpartner für die Stadt Bonn, zu den Themen ÖPNV, Verkehr und Tiefbau sowie Personalverantwortlicher für die Mitarbeiter der BG. Am 09.03.2005 wurde daher Herr Dr. Joachim Wallasch als neuer Kassenführer gewählt. Im August 2005 zog die Geschäftsstelle der BG erneut in das Gustav Heinemann Haus in Räumlichkeiten auf der 2. Etage ein.  

Der 07.09.2005 ist für die BG ein wichtiges Datum, denn an diesem Tag wurde die BG durch Beschluss des Rates der Bundesstadt Bonn zur Behindertenbeauftragten der Bundesstadt Bonn ernannt. Seit diesem Tag basiert die Arbeit der BG nun auch auf dem Gesetz zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und zur Änderung anderer Gesetze NW, kurz BGG NW genannt.

Durch diese Änderung ist die Mitwirkung der BG gesetzlich z.B. im Bauplanungsverfahren verankert. Alle Neubauprojekte der Stadt Bonn müssen von der BG auf Einhaltung aller Vorschriften für barrierefreies Bauen geprüft werden. Im Bereich des Verkehrs, wo GVFG (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz)-Gelder fließen, muss ein Protokoll mit der BG abgestimmt werden. Wenn nicht barrierefrei gebaut wird und die BG dem Protokoll nicht zustimmt, könnten Landeszuschüsse verwehrt werden. 

Das ebenfalls durch den Rückzug von Herrn Philipp Hufschlag vakante Amt eines Fachsprechers für den Bereich ÖPNV, Verkehr und Tiefbau konnte die BG dann bereits im November 2005 neu besetzen. Mit Herrn Peter Wimmers konnte ein engagierter Bonner Bürger, als Rollstuhlfahrer selbst betroffen, für das überaus wichtige Amt gefunden werden. Inzwischen werden diese Aufgaben von einem gemischten Team aus unterschiedlich schwerbehinderten und nicht davon betroffenen Menschen unter Führung der Herren Joachim Wiedemann und Hans-Joachim Hachenberger wahrgenommen. 

Am 25.10.2006 trat Herr Armin-Guido Köhne als Kassenführer dem Vorstand bei. Zeitgleich wurde für die BG BONN eine neue Satzung verabschiedet. 

Die BG BONN gab ihre Anteile an der INTRA gGmbH an die Axenfeldtgesellschaft ab. 

Am 26. November 2006 feierte die BG ihren 30. Geburtstag gerechnet seit der Gründung des losen Zusammenschlusses. 

Auf der Mitgliederversammlung am 12.03.2008 wurden der Vorsitzende und die Stellvertreterin erneut für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Für das Amt des Kassenführers wurde Herr Dipl.-Ing. Jochen Märtl gewählt. Aus gesundheitlichen Gründen hatte Herr Köhne nicht mehr kandidiert. In dieser Sitzung wurde die Bestellung von Frau Constanze Wörner zur Geschäftsführerin bestätigt.

Zu unser aller Bedauern verstarb Herr Christian Joachimi am 26. Oktober 2010 plötzlich und unerwartet und es begann die Suche nach einem neuen Vorsitzenden.     .                                                                                                        

Auf der Mitgliederversammlung am 11.12.2012 wurde ein völlig neuer Vorstand gewählt - die Herren Roland von Barton, Claus Parlow und Wilfried Ring. Herr von Barton schied weniger später aus persönlichen Gründen aus - so wurde am 02.04.2014 Herr Claus Parlow zum Vorsitzenden, Herr Wilfried Ring zum Stellvertretenden Vorsitzenden und Frau Ulrike Graepp zum weiteren Mitglied im Vorstand gewählt. 

Am 01.07.2014 zog die Geschäftsstelle der BG BONN um in die Oppelner Straße 130 in 53119 Bonn. 

Herr Parlow gab aus persönlichen Gründen zum Jahresende 2014 sein Vorstandsmandat zurück. Die Geschäftsführerin schied zum Ende Januar 2015 aus. Damit am 27.03.2015 ein neues Vorstandsteam bestehend aus Herrn Wilfried Ring, Frau Ulrike Graepp und Herrn Hans-Hermann R. Heyland mit einer vollen Amtsperiode gewählt werden konnte, stellten die beiden verbleibenden Vorstände ihre Mandate zur Verfügung.